Interoperabilität – Was Ihr IT-System können muss

Internationale Standards sind für ein erfolgreiches Zusammenarbeiten im Gesundheitswesen unumgänglich. IT-Systeme müssen kompatibel sein, wenn sie Daten austauschen wollen. Was IT-Lösungen für bestimmte Anwendungen im Krankenhaus zu leisten haben, steht in einem „Einkaufsführer“, den sich Interessierte auf der IHE-Website herunterladen können.

IT-Leiter, Anwender und Krankenhaus-Management haben längst erkannt: IT-Lösungen müssen sich flexibel und herstellerneutral vernetzen lassen. Deshalb steht die Interoperabilität eines Systems bei Neuanschaffungen von Krankenhaus-IT mittlerweile ganz vorne im Pflichtenheft.

Die AG-Interoperabilität des Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e.V. und IHE Deutschland e.V. haben gemeinsam einen Leistungskatalog für die Erstellung von konkreten Interoperabilitätsanforderungen im Ausschreibungsprozess entwickelt. Diese stehen auf der IHE-Website zum Download bereit.

ihe-d.de/downloads

„Der Leistungskatalog ist besonders nützlich für Verantwortliche in Krankenhäusern und Praxen, die sich eine IHE-konforme Plattform für den einrichtungsübergreifenden Datenaustausch beschaffen oder diese erweitern wollen“, sagt Dr. Peter Geibel, Referent für Interoperabilität und Standardisierung beim bvitg.

Im IHE-Leistungskatalog ist aufgeführt, welche IT-Lösung welche Anforderungen für bestimmte Anwendungen zu erbringen hat, um kompatibel mit Lösungen in anderen Einrichtungen zu sein. Die dafür nötigen Features sind detailliert beschrieben.

Diese Anforderungen beziehen sich auf die einrichtungsinterne und -übergreifende Kommunikation und können z.B. auch für Archivsysteme eingesetzt werden. Typische Anwendungsszenarien sind zum Beispiel der Aufbau von Patientenoder Fallakten. Neben allgemeinen Anforderungen werden Kataloge für die folgenden Bereiche zur Verfügung gestellt:

  • Dokumentenverwaltung
  • Master Patient Index
  • Protokollierung von Benutzerzugriffen
  • Berechtigungssteuerung

Der Leistungskatalog kann von Krankenhäusern, Praxen und deren Beratern kostenfrei genutzt werden. „Für die Verantwortlichen in Kliniken und anderen Gesundheitseinrichtungen ist dies eine große Hilfe, denn sie können dieses Anforderungsprofil zum einen für Ausschreibungen nutzen und zum anderen können sie damit auch Angebote evaluieren“, erläutert Geibel. „Damit geben wir ihnen ein Instrument an die Hand, mit dem sich Käufer und Verkäufer verstehen und mit dem nach dem Abschluss die Erwartungen mit den Leistungen im Einklang stehen.“